Archiv für 2007

Silvester …

der unwiederrufliche letzte Tag im Jahr. Dieses mal habe ich keine Lust, ein Rückblick zu halten, weder hier noch für mich. Es ist einiges passiert, vieles möchte und werde ich vergessen, so manches bleibt aber in meiner Erinnerung.
Bis jetzt habe ich den Eindruck gewonnen, es wird weniger geknallt. Letztes Jahr waren mir schon die Ohren weggeflogen. Der Abend stand im Zeichen eines Restaurantbesuches. Aber dort war es voll, nicht ganz so angenehm. Das Essen war ganz ordentlich. Nun gehts in ein paar Augenblicken in die City, zum Dom und Rathaus. Dort ist um Mitternacht immer sehr viel los. Und bevor mir hier zu Hause vor Langeweile Fußpilz wächst…
Auf gehts.
Ich wünsche allen, besonders meinen Kids, einen guten Rutsch. Und sollte ihr am Neujahrsmorgen so gegen 17 Uhr wach werden, denkt an euren Vadder.
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10.44 Uhr, Gleis 7, Wagen 9 …

Sie sind weg, die lieben Kleinen. Am morgen fuhren sie zur Mutter, der Kleine bleibt dort und der Große kommt nächste Woche wieder zurück. Es war streßig, aber auf der anderen Seite sind solche Tage mit nichts zu bezahlen. Ich hatte das Gefühl, der Kleine war sehr gerne hier, an seiner alten "Wirkungsstätte".
Jetzt sind sie erstmal weg, einer kommt ja wieder und wenn beide später mal wieder für ein paar Tage bei mir sind, werde ich es genau so genießen.

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Sprengstoff …

Am Morgen mußte ich die lieben Kinderchen nach Delmenhorst kutschieren, Sprengstoff kaufen. Ich hatte zwar den Eindruck, auch diese Massenkäufe hätten nachgelassen, aber so richtig wird man es erst in der Sylvesternacht erfahren. Trotzdem, einige Leute, meistens fremder Herkunft, kamen dann mit vollbepackten Einkaufswagen aus den Läden. Teilweise so voll mit Böllern und Raketen, man hätte zumindestens ein kleineres Land damit bombardieren können, vom Geräusch her. Wenn sich die Sprengexperten wenigstens an die zulässige Zeit halten würden, aber es geht direkt nach Weihnachten los. Man muß schon Nerven beweisen, wenn in der Nacht, gegen 2 Uhr irgendwo ein Bömbchen hochgeht.
Den Nachmittag haben die Kinder dann, zufrieden mit dem Waffenkauf, zum Ausruhen benötigt. Geschlafen wurde bis gegen Mitternacht. Dann kam das Abendessen, oder war es vielleicht das Frühstück? Keine Ahnung.
Ich freue mich, wenn die Schule wieder beginnt, dann gibts geregelte Lebenszeiten.

Vor dem letzten Wochenende …

das letzte Wochenende im Jahre 2007 steht bevor. Der 5. Advent…. Das war früher der Einstieg in den Sílvesterstreß. Knallfrösche, Ziesemännkes, Chinakracher und weitere relativ harmlose Knallteile. Raketen gabs nur gegen absolut teures Geld, beides hatten wir nicht. Gestern fing es hier schon an, die Knallerei geht einem nach ein paar Stunden Dauerbeschuß schon ganz ordentlich auf den Keks.
Wenn wir uns ansehen, welche Explosionskraft inzwischen hinter solchen Krachern, auch Böller genannt, steckt, da läßt sich schon mal ein größerer Gegenstand ins All blasen.
Der Tag war wunderschön, sonnig und nicht so kalt. Da machte sogar das einkaufen Spaß. Der Zwerg hat am Morgen Brötchen besorgt, konnte sich nach durchspielter Nacht auch auslüften lassen. Ein gemeinsames Familienfrühstück läutete den Tag dann ein.
Am Abend hat die Knallerei auch wieder nachgelassen und so konnte ich mich nun doch vor mein Radio setzen und den Tag mit Musik ausklingen lassen. Erneut kam diese schöne Stimmung auf, die ich so gerne habe. Die Musik war wieder äußerst romantisch und ich konnte träumen. Ich würde es so gerne mit jemanden teilen. Aber niemand hat Sinn dafür. Also erlebe ich diese schönen Stunden alleine.
Das ist mein "zwischen den Jahren". Wieso nennt man diese Zeit eigentlich so? Im Laufe der Geschichte hatte man viele Arten, die Tage zu zählen, es gab etliche Kalender und auch die 365 Tage waren pro Jahr nicht immer selbstverständlich. Während einer längeren Epoche endete das Jahr zu Weihnachten und das neue Jahr fing erst zu Neujahr an. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr wurden als "zwischen den Jahren" bezeichnet. Die Bezeichnung hat sich wohl über Jahrhunderte gehalten.

Zwischen den Jahren …

Weihnachten ist nun endgültig vorbei. Die Erde hat uns wieder. Ich zog mit meinem Sohn heute durch die City, er war seit ein paar Jahren nicht mehr dort. In der Stadt sah alles wieder normal aus, keine Hektik, keine Weihnachtsgeschenke, keine Weihnachtsmärkte. Störend schien nur der Weihnachtsschmuck in den Straßen und an den Geschäften. Innen war Weihnachten abgefeiert und es ging langsam aufs neue Jahr zu. In ein paar Tagen, wenn das neue Jahr schon begonnen hat, werden wir wieder brutal an Ostern erinnert…
Ich liebe diese Zeit, zwischen den Jahren. Abends sitze ich, den Tannenbaum in der Stube, vor dem Radio oder dem Plattenspieler. Ja, den hab ich mir noch aufbewahrt. Dann tauche ich in die schönen Erinnerungen der früheren Jahre ein.
Ein paar wunderschöne Tage in meiner Jugend und als Heranwachsender. Dann lag ich auf dem Teppich, nur die Weihnachtsbaumbeleuchtung spendete Licht, vor mir einen Berg an Schallplatten, CDs  waren noch nicht erfunden, und einige Alben mit Bildern des abgelaufenen Jahres. Das Radioprogramm war mit dem heutigen nicht zu vergleichen. So verbrachte ich dann die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr alleine in der Stube, mit Keksen und Rotwein und mit meinen Gedanken.
Heute sind es liebe Erinnerungen geworden. Leider läßt sich das nicht mehr jeden Abend realisieren. Ich bin nicht mehr alleine, habe dieses Jahr meine beiden Kinder hier. Das ist mir Traum und Erinnerung genug. Ich liebe aber trotzdem diese Zeit, zwischen den Jahren.

Weihnachtsgeschenk …

Der zweite Weihnachtstag fing garnicht gut an. Ich hustete mir einen Wolf, der sich aber langsam verzog.
Am Morgen wurde ich durch Hundegebell geweckt. Der Nachbarshund hatte eine neue Stimme bekommen, der Nachbarsjunge einen neuen Hund. Den nahm er natürlich mit nach draußen und spielte direkt unter meinem Fenster, an dem Baum, wo die Jungs so gerne klettern. Nun saßen fast alle Kids auf dem Baum, nur der Hund…. Aber das war auch kein Problem, wofür hatte er ein Halsband. Und so zogen alle kräftig an Band und Hund. Wie am Galgen hängend wurde er nach oben gezogen. Ich hatte so den leisen Eindruck, als sei dem Wauwau das garnicht so recht gewesen…
Am Nachmittag kam dann mein Weihnachtsgeschenk. Basti kam in Bremen auf dem Bahnhof an. Lachend, wie immer. Nun habe ich die beiden Kinder wieder zusammen. Und Gelegenheit zum reden hatten wir auch schon. Jetzt sitzen beide Kinder im Kinderzimmer und tun so, als seien sie niemals auseinander gewesen. Jetzt werden wir bestimmt noch einen schönen Weihnachtsabend haben, bevor Morgen der "ernst des Lebens" beginnt. Inzwischen ist die Wintersonnenwende überschritten und die Tage werden wieder länger. Aber zuerst werden wir die letzten Weihnachtsstunden noch geniessen.
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Weihnachtstag …

Der erste Feiertag ist da. Am Morgen wurde noch kräftig ausgeschlafen, wir sind ja nicht mehr wie die Kinder, welche dann am Weihnachtsmorgen schon gegen 5 Uhr ihr neues Spielzeug ausprobieren wollen. Zu Zeit meiner Kinder gabs auch solche Auswüchse. Ich schlief noch und hörte in der Stube schon die Eisenbahn oder die Autos laufen. Später trommelte mir Benjamin Blümchen schon sein Törröööööööööh in die Gehörgänge, " papaaaaaaa, hör mal, Tööööööööörrrröööööööö….." Heute wummern die Bässe, das die Tassen im Schrank ein Eigenleben entwickeln. Und nicht nur zu Weihnachten.
Am Abend war ich mal wieder zu Besuch. Mindestens 2000 Zigaretten hab ich mit geraucht. Das Essen war gut und ansonsten wars ein friedliches Fest, obwohl ich einem Hörsturz näher kam, als notwendig… Gegen Mitternacht war ich wieder zu Hause, stinkend wie eine ungeleerte Zigarettenaschetonne.

Heiligabend …

Wir haben früh den Nachmittagskaffee eingenommen. Ich war aber so nervös, hatte keinen großen Hunger darauf. Im Radio liefen einige Musiksendungen mit Weihnachtsliedern. Nachmittags warteten wir aufs Christkind. Viele schöne kurze Geschichten hörten wir. Die beste war allerdings "Der Schluckauf". Das kommt jedes Jahr wieder. Dazwischen schmückten wir den schon aufgestellten Weihnachtsbaum.
Jetzt ist es 18.00 Uhr. Das Abendessen war zwar reichhaltig, aber ich fiebere der Bescherung entgegen. Mama und Papa schauen sich an, nicken und stehen auf. Das ist für mich das Zeichen, unausgesprochen aber bestimmt werde ich in den Flur abgeschoben. Dort kann man auch sitzen. In der Stube ist ein Gewusel, leises sprechen und gelegentlich leises Lachen. Papier wird geknistert, manchmal fällt was zu Boden. Ist das wohl das Christkind? Nöö, sowas gibt es ja nicht. All zu viel kann es dieses Weihnachten nicht geben. Habe ja vorher so ziemlich alle bekannten und auch unbekannten Orte durchstöbert. Gefunden habe ich schon kurz nach den Herbstferien eine Tafel Schokolade im Kleiderschrank. Aber die wurde schon vorher auf den Tisch gelegt, als wir mal Besuch bekamen. Sonst fand ich nichts, garnichts. Das soll ein Weihnachten werden …
Plötzlich wird es ruhig in der Stube, das Licht geht aus. Ich sehe es durch den Türschlitz. Mir wird sehr warm, ich fange mitten im Winter an zu schwitzen. Ich lausche vorsichtig an der Türe. Innen ein komisches Geräusch. Mal das eine, mal das andere. Mein Vater wird gerade leise ermahnt, den Jungen reinzuholen. Der Junge bin ich und er kann es kaum erwarten. Vater kann es auch kaum erwarten….
Die Türe geht auf, Vater sagt ein wenig wirsch " komm rein".
Zuerst sehe ich den Tannenbaum mit seinen echten, brennenden Kerzen. Dann höre ich das Geräusch von vorhin, drehe mich um und was sehe ich? Eine Eisenbahn, aufgebaut auf dem Fußboden. Ein großes Oval und ein Kreis, ineinander verschlungen. Und auf dieser Eisenbahn fahren zwei Züge, gesteuert von meinem Vater.
Wir haben dann noch bis ins neue Jahr die Eisenbahn auf dem Boden liegen lassen und wirklich jede freie Minute gespielt. Einer der leider sehr wenigen Gelegenheiten, wo mein Vater mitgespielt hat.
Daran denke ich zu dieser Stunde. Es war ja nichts spektakuläres, keine dieser außergewöhnlichen Geschichten, die man sonst nur von berühmten Leuten hört. Nichts, was irgendjemandem als Vorbild dienen kann. Es war meine Geschichte eines Heiligabend, es ist meine Erinnerung. Harmlos, aber für mich heute bewegend.
Inzwischen sind meine Kinder in dem Alter, wo man über Weihnachten keinen Gedanken mehr verschwendet. Meistens hat man keinen Bock auf Familie mehr, geht lieber mit Kumpels irgendwo hin. Aber ich habe auch daran sehr schöne Erinnerungen. An die Weihnachtsfeste in Esens, an der Nordseeküste. Als Christian seine Legoeisenbahn bekam, als Sebastian dann die erweiterte Bahn sah, als sein Weihnachtsgeschenk. Als es uns mal nicht ganz so gut ging, in dem einen Jahr in Jever, haben sie sich auch über einen gebrauchten CD-Player gefreut. Sie waren niemals gierig, konnten sich an allem erfreuen.
Das alles sind heute abend meine Gedanken. Für manchen ist das geschriebener Unfug, für mich sind das meine Erinnerungen, auf die ich niemals verzichten möchte.
Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest.
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